Podcastfolge #004 – Interview mit Tamara Hoffmann

Fehler riskieren brachten das größte Wachstum

Holger und Tamara, die beiden Moderatoren vom Fehler(Frei)Tag-Podcast kennen sich nun etwas mehr als 6 Monate. Beide lernten sich über Instagram kennen. Holger interviewt heute seine Co-Moderatorin und fühlt ihr etwas auf den Zahn.

Ganz anders als ihre normale Zielgruppe fiel ihr Holger aufgrund seines eher ungewöhnlichen Themas auf. Fehlerkultur. Die Bezeichnung Deutschlands 1. Fehlercoach fiel direkt ins Auge. Denn Fehler sind ständige Begleiter des Alltags und sind Tamara alles andere als fremd.

Mit 16 erlernte sie damals den Beruf der Bürokauffrau. In diesem jungen Alter war die 3-jährige Ausbildung ebenfalls eine Erziehung. Ihre Kolleginnen waren überwiegend älter und somit wichtige Bezugspersonen für sie. In dieser Zeit wurde ihr oft bewusst, was Fehler sind und welche Auswirkungen sie hatten. Nicht alle ihrer Kolleginnen waren verständnisvoll im Umgang mit Fehlern, was ihr heute manchmal noch zu schaffen macht. Fehler riskieren war ihr damals überhaupt nicht in den Sinn gekommen.

Worüber sie sich am meisten ärgert, sind die sogenannten Flüchtigkeitsfehler. Ihrer Meinung nach sind diese mit mehr Achtsamkeit überwiegend vermeidbar. Um damit besser umgehen zu können, lacht sie heute oft über ihre kleinen Missgeschicke. Ein guter Anfang, Fehler nicht allzu nah an sich heranzulassen.

Die Macken und Fehler machen auch den Menschen aus

Nachdem Holger Tamara nach ihren Macken oder Fehlern fragt, muss sie lachen. Es gibt zwei auf Anhieb, die ihr einfallen. Zum einen hat sie einen eher schlechten Orientierungssinn, worunter ihre Freunde manchmal mit längeren Fußwegen leiden müssen. Zum anderen braucht sie manchmal länger, um Witze zu verstehen. Daraus sind schon einige Situationen zu klassischen Insidern geworden. Toll Tamara.
Mit 27 fing sie mehr aus Spaß an, sich für ein paar Wochen einem Damen-Fußball-Verein aus Hetzerath anzuschließen. Was, wie sich mehrere wahrscheinlich vorstellen können, mehr zur Belustigung der anderen als ernsthaften Sport herausstellte. Länger als ein paar Wochen konnte sie auch nicht bleiben. Es war nämlich bereits ein Flug aus Australien gebucht, der im Oktober 2017 anzutreten war.

Fehler riskieren gehören zum Wachstum dazu

Auch, wenn das Risiko da ist, einen Fehler zu machen, probiert die heute 31-Jährige vieles aus. Der größte Schritt damals war die Kündigung ihrer festen und sicheren Stelle, um nach Australien zu reisen. Dass es gut ist, einfach mal etwas zu riskieren und Dinge auf sich zukommen zu lassen, stellte sie erst mit Mitte 20 fest. Sicherheit war damals ein zu großes Thema gewesen. Wie sollte sie auch anders denken? Das war immer das, was ihr vorgelebt und erzählt wurde.

Fehler machen Tamara natürlich immer noch was aus. Niemand mag es, einen Fehler zu begehen. Auf die Frage, wie sie darauf reagiere, meint Tamara, dass eigene Fehlerchen nicht so schlimm seien. Viel mehr stört es sie, wenn es passiert und andere davon betroffen sind, z. B. Kunden oder Freunde. Dabei kommt es auch auf die Schwere des Fehlers an. Die Konsequenzen daraus können schwerwiegend oder eher gering sein. Ein unangenehmes Gefühl eben.

Ihrer Aussage nach hat es mit der eigenen Angst der Ablehnung zu tun, womit auch viele andere Menschen zu kämpfen haben. Tamara ist diese Angst sehr bewusst und arbeitet daran, davon etwas loszukommen.

Das Schlimmste tritt in den seltensten Fällen ein

Wenn die Angst sehr groß ist, malen wir uns gerne die schlimmsten Szenarien aus. Kein Wunder, dass es uns oft davon abhält, Fehler zu begehen und zu riskieren. Meistens überwiegen die negativen Szenarien die guten und verfälschen die aktuelle Lage. Tamaras Tipp: Einfach mal aufschreiben, was wirklich das Schlimmste wäre, was nach einer Entscheidung passieren kann. Danach stehen alle möglichen Gedanken schwarz auf weiß auf einem Zettel und können besser bewertet werden. Das allerwichtigste: auch aufzuschreiben, was das Beste sein könnte, das passieren kann. Diese Ansicht ist viel wichtiger und motiviert zur Entscheidung. Oft interpretieren wir mehr Negatives als Positives in unseren Gedanken.

Würde es uns helfen, mehr über Fehler offen zu sprechen? Fehler sind unvermeidbar und passieren tagtäglich überall und sind für unser Wachstum verantwortlich. Trotzdem schämen wir uns, sie offen zuzugeben und darüber zu sprechen. Doch dahinter steckt ein enormer Entwicklungsprozess, der sonst verloren gehen könnte.

Das Risiko eingehen und Entscheidungen treffen
Die Entscheidung, die sehr gute Festanstellung gegen eine ungewisse Zeit in einem fernen Land zu tauschen, war damals die schwerste, die Tamara jemals treffen musste. Diese Überlegung entstand damals, als sie Single und ihre Freunde in Partnerschaften waren. Die Einsamkeit, die daraus manchmal entstand, war so groß, dass sich etwas ändern musste. Weil sie sich nicht traute, alleine in den Urlaub zu fahren, stoß sie bei Internetrecherchen auf einen Reiseblog einer Frau, die alleine reiste.

Wow! Was für eine mutige Frau! Genau das wollte Tamara auch tun! Einfach mal machen und mutig sein. Ein Risiko eingehen. Kurz darauf wurden die ersten Schritte für ein Work&Travel Jahr nach Australien eingeleitet.

Die Sorgen und Ängste wurden auch nach der Entscheidung nicht weniger. “Habe ich das Richtige getan?”, “Werde ich jemals wieder so eine gute Stelle finden?”, “Was passiert, wenn ich scheitere?”. Die Angst war trotz Euphorie immer ein ständiger Begleiter. Auch, nachdem die Reise bereits angetreten wurde und der Start nicht wie erwartet verlaufen war. Der Gedanke an Verkürzung des Jahres war ebenfalls da. Aber anstatt dessen wurden nachher daraus 15 Monate anstatt der geplanten 12.

Was Tamara an Tipps weitergeben will, um Fehler zu riskieren und seinen Weg zu gehen

Wenn das Gedankenkarussell anfängt, trotzdem weitermachen. Wir sollten in Fehler Chancen sehen, denn sie versprechen Wachstum und eine persönliche Weiterentwicklung. Die Komfortzone verlassen tut sehr weh, aber ohne es geht es nicht weiter. Wir sollten bereit sein, Risiken einzugehen und auch mal etwas zu wagen. Wenn es mal nicht wie erwartet läuft, hartnäckig bleiben und durchhalten. Schlechte Zeiten gehören zum Leben dazu. Offen für Neues zu sein ist genauso wichtig. Sonst kann das Leben eintönig und öde werden. Und sich nicht direkt entmutigen lassen, wenn mal etwas nicht direkt klappt. Übung macht den Meister.

Es ist auch definitiv möglich, mit einem kleinen Sicherheitsnetz zu starten. Niemand ist gezwungen, direkt alles aufzugeben und alle Stricke abzureißen. Auch sie ist sehr sicherheitsbewusst und genießt es, eine Teilkontrolle beizubehalten. Das kann in Form eines gesparten Geldbetrages oder die Unterstützung der Familie sein.

Trotzdem möchte sie zukünftig etwas von diesem Sicherheitsbedürfnis wegkommen. Denn Sicherheitsgefühl hält auch gerne von Entscheidungen zurück. Wenn man reist, geht von 10 Schritte vorwärts. Nach der Reise geht man 9 Schritte zurück. Was bleibt, ist der eine Schritt, der hoffentlich genug ist, solch eine “riskante” Erfahrung wieder zu tun.

 

Hier sind weitere Informationen zu Tamara:

Website: www.virtuella.eu

Instagram: @virtuella.eu

Höre dir hier die Podcastfolge #004 an:

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